Bei der Single-Step-Methode (auf Deutsch „Ein-Schritt-Methode“) erfolgt die Berücksichtigung von Abstammungs-, Leistungs- und Genetik-Information in einem Zuchtwertschätzlauf. Bisher wurden in einem zweistufigen Verfahren zunächst die konventionellen Zuchtwerte (basierend auf Abstammungs-und Leistungsinformationen) und im Anschluss daran die genomischen Zuchtwerte geschätzt.
Lernstichprobe auf breiterer Basis
Die Basis für die genomische Zuchtwertschätzung bildet derzeit eine Lernstichprobe von geprüften Altstieren der vergangenen zehn Jahre. Bei der Single-Step-Methode wird die Lernstichprobe der geprüften Altstiere um alle weiblich genotypisierten Tiere erweitert, d. h. es kommen allein aus Deutschland, Österreich und Tschechien über 150.000 Einzeltiertypisierungen neu hinzu. Durch diesen enormen Informationszuwachs können fünf bis zehn Prozent höhere Sicherheiten für die Hauptmerkmale der Kandidaten erwartet werden.
Große Änderungen erwartet
Für den Merkmalskomplex Milch können daher für genomische Jungstiere Sicherheiten von über 80 Prozent erreicht werden. Das neue Schätzverfahren wirkt sich nicht nur auf die Sicherheiten der einzelnen Zuchtwerte aus, sondern führt vor allem bei den jüngsten Jahrgängen zu gravierenden Änderungen. Zuchtwertänderungen von zehn und mehr Punkten, positiv wie negativ, sind durchaus möglich. Zusätzlich können erstmals auch genomische Zuchtwerte für Gesundheitsmerkmale wie den Fruchtbarkeitswert oder den Eutergesundheitswert geschätzt werden. Die Zuchtwertänderungen sind auf die Berücksichtigung der weiblichen Tiere, bessere Schätzverfahren für einzelne Merkmale, wie Nutzungsdauer oder Fleischwert, und die Umstellung auf die neue Single-Step-Methode zurückzuführen.
Wie die Landwirte von der Umstellung profitieren
Als Landwirt profitiert man durch die Umstellung auf die Single-Step-Methode von genaueren und robusteren Zuchtwerten. bei der Schätzung am 7. April werden die Züchter die Ergebnisse des neuen Zuchtwertschätzverfahrens sehen. Laut inoffiziellen Testläufen erfolgt eine ordentliche Verschiebung in der Reihung. Fast kein Vererber bleibt in der jetzigen Position. Für Spannung ist also gesorgt.